Einführung zum Thema Journal/Tagebuch schreiben und Ideen für einen einfachen Start

by bloomingwithflavors
Introduction to Journaling and simple Ideas how to start

Seit 6 Monaten schreibe ich mein Journal. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich es täglich mache, aber ich mache es regelmäßig und merke bereits, dass der Drang, meine Gedanken aufzuschreiben, inzwischen von alleine kommt. Egal, ob man nun tagtäglich oder von Zeit zu Zeit in sein Journal schreibt, Schreiben hilft, die Gedanken zu ordnen und klarer denken zu können.

 

Als ich diesen Beitrag vorbereitet habe, fand ich dieses Zitat von Barack Obama aus dem Jahr 2012 (frei übersetzt) und ich denke, es beschreibt die ganze Magie des Schreibens sehr genau:

"In meinem Leben war das Schreiben eine wichtige Übung, um zu verdeutlichen, was ich glaube, was ich sehe, was mir wichtig ist, was meine tiefsten Werte sind."

Schreiben hat viele Vorteile und es ist viel einfacher als du vielleicht denkst. In diesem Blogpost möchte ich erklären, warum ein Journal gut für dich ist, welche Art von Journal es gibt und wie du mit dem Schreiben beginnen kannst. Außerdem habe ich 30 Journal-Ideen zuammengefasst, die dir den Start erleichtern, in dem du dich mit Fragen an dich selbst beschäftigst und lernst, dich selbst zu reflektieren. So kannst du direkt mit dem Schreiben beginnen, denn mehr als ein leeres Heft, einen Stift und ein paar erste Ideen brauchst du nicht. Also los!

Warum ist ein Journal gut für dich?

Klare Gedanken: Gedanken aufzuschreiben, ist wie überdrüssige Daten auf der Festplatte los zu werden. Stell‘ dir deinen Kopf als Festplatte mit begrenztem Speicher vor. Manchmal sind Tage so stressig und es scheint, wir werden von Informationen überflutet. Egal ob auf den Straßen, in all den Apps auf unseren Smartphones oder natürlich auf Arbeit – der Informationsballast kann sich manchmal überwältigend anfühlen. Nach einem langen Tag oder einer antrengenden Woche hat man manchmal das Gefühl, als wäre unser Speicher voll und es ist einfach kein Platz mehr für weitere Informationen vorhanden. Durch Schreiben können wir unsere Gedanken ordnen und Raum in unserem Kopf schaffen. Es fühlt sich tatsächlich manchmal so an, als würde man den Kopf aufräumen oder Daten komprimieren.

Selbstreflexion: Ein Tagebuch zu schreiben hilft auch bei der Selbstreflexion. Wenn man beispielsweise über die Dinge schreibt, die heute passiert sind, ist es so, als wenn man eine Geschichte aus seiner eigenen Perspektive erzählt. Beim Aufschreiben überdenkt man gewisse Situationen noch einmal und gibt diese auf eine objektivere Weise wieder. Dadurch kann man das Erlebte klarer sehen, Situationen besser einschätzen und auch seine Reaktion darauf besser verstehen. Eine Übung die mir ab und an gut tut, ist es mich zu fragen, ob ich in dieser Situation noch einmal so handeln würde oder was ich anders machen würde und warum. So kann ich mich selbst hinterfragen und beim nächsten Mal besser reagieren.

Eigene Werte verdeutlichen:  Wie oben bereits erwähnt, hat Journaling viel mit Selbstreflexion zu tun. In deiner Schreibroutine wirst du feststellen, dass deine Werte für dich selbst viel transparenter und offensichtlicher werden. Ich finde, dass das reflektive Schreiben über Situationen oft mit einer Art Einschätzung verbunden ist, ob das eigene Verhalten (oder das Verhalten anderer um dich herum) mit deinen Werten und persönlichen Zielen übereinstimmt. Aus diesen Erkenntnissen kann man sehr gute Schlüsse ziehen, um noch mehr in Übereinstimmung mit den eigenen Werten und Überzeugungen zu handeln.

Introduction to Journaling and simple Ideas how to start

Welche Arten von Journal gibt es?

Nun erst einmal ganz von vorn. Für mich bedeutet Journal schreiben, Zeit für sich selbst zu nehmen, sich mit einem Stift und einem Notizbuch hinzusetzen und über alles zu schreiben, worüber man schreiben möchte. Es gibt keine Regeln, die befolgt werden müssen, aber es gibt einige hilfreiche Ansätze, die dabei helfen können, sich auf ein bestimmtes Thema zu konzentrieren, mit dem man sich befassen möchte. Um dir eine Vorstellung davon zu geben, wie Journal schreiben aussehen kann, möchte ich dir drei gängige Journalansätze vorstellen:

 

Gratitude Journal / Dankbarkeits-Journal

Dieser Ansatz ist sehr beliebt und gerade für Anfänger sehr geeignet. Grundsätzlich setzt du dich einmal pro Woche hin und schreibst 1-5 Dinge auf, für die du dankbar bist. Dabei ist es besser, sich auf ein paar wenige Dinge zu konzentrieren und diese dafür genauer zu beleuchten, als viele Dinge oberflächlich aufzuschreiben. Also, wie so oft im Leben gilt: Qualität statt Quantität. Bei diesem Ansatz wird es als besonders hilfreich erachtet, eher Bezug auf Menschen in seinem Leben zu nehmen, als deine Dankbarkeit auf materielle Dinge zu lenken.

 

Reflective Journal / Reflektierendes Journal

Diese Art von Journal bezieht sich darauf, den Gedanken freien Lauf zu lassen und alles  aufzuschreiben, was einem so im Kopf herum schwirrt. Reflektiertes Schreiben zielt darauf ab, Gedanken und Probleme zu verarbeiten, mit denen man im alltäglichen Leben konfrontiert wird. Das Aufschreiben dieser Gedanken sorgt dafür, sich ruhiger zu fühlen und mehr Platz für Produktivität zu schaffen. In der Regel sollte man 5-10 min am Morgen nach dem Aufwachen oder abends vor dem Schlafen gehen nuzten,  um sich die Intention für den kommenden Tag zu setzten oder den Tag rückwirkend zu reflektieren. 

 

Goal Journal / Ziele-Journal

Mit einem Zieljournal konzentriert man sich auf Ziele im Leben. Während man mit den langfristigen Zielen im Leben beginnt, versucht man diese auf kurzfristige Ziele herunterzubrechen. Dabei sollte man überlegen, wie man diese Ziele erreichen kann und was man jeden Tag/jede Woche tun kann, um seinen Zielen näher zu kommen. Und genau darum geht es: Seine Ziele vor seinen Augen zu haben und diese auf einer täglichen/wöchentlichen Basis zu tracken und Fortschritte festzuhalten. Das Journal enthält damit  die Entwicklung der Realisierung von Zielen, wobei auch Rückschläge und Stagnation festgehalten werden sollten. In diesem Fall sollte man sich fragen, was der Grund für den Misserfolg war und wie man damit in Zukunft umgehen kann. Wichtig ist es, jeden kleinen Schritt wertzuschätzen und weiter an den seinen Zielen zu arbeiten.

 

Erstelle dein eigenes Journal

Ich persönlich denke, beim Journaling geht es darum, sich zu besinnen und sich intensiv mit den  eigenen Gedanken zu beschäftigen. Daher würde ich sagen, es gibt kein Richtig oder Falsch wenn es um den passenden Ansatz geht. Du solltest dich fragen, was du mit deinem Journal errichen möchtest und falls du dir unsicher bist, dann probier dich einfach aus. Mach dein Journal zu einem Ort, an dem du gern Zeit verbringst und der nur dir gehört. Ich persönlich mag ich eine kleine Mischung aller Journalansätze, die ich oben erwähnt habe. Da ich versuche täglich mein Journal zu schreiben, möchte ich ein wenig flexible sein, wenn es um den Inhalt geht. Ich konzentriere mich also einmal pro Woche auf meine Ziele und meine Fortschritte. In den anderen Tagen schreibe ich über Dinge, die ich im Sinn habe und die ich unbedingt loswerden möchte. Außerdem habe ich eine Liste mit „Fragen an mich selbst“. An Tagen, an denen ich Schwierigkeiten habe, über irgendetwas zu schreiben, beantworte ich einfach eine dieser Fragen. Natürlich bin ich kein Profi auf diesem Gebiet, aber mit diesem „gemischten Ansatz“ fühle ich mich sehr wohl und ich kann es so auf jeden Fall weiter empfehlen, besonder wenn du gerade erst mit dem Schreiben anfängst.

Wie du am Besten mit dem Journal anfängst - erste Schritte

  1. Das Buch: Besorge dir ein Notizbuch – nimm ein altes, was noch irgendwo herumliegt, oder kaufe dir ein neues. Ich bevorzuge weiße und leere Notizbücher, weil ich auch ab und zu gerne ein paar Sachen zeichne oder Fotos einklebe. Ganz egal, wie du es dir gestalten möchtest, mach dir dein Journal zu deinem glücklichen Ort. Ob schwarz-weiß oder bunt -mach, was du willst und erstelle dieses Buch so, dass du es gern aufschlägst und dich wohl damit fühlst.
  2. Dein Rhythmus: Plane jeden Tag ca. 10-15 Minuten für das Journal ein. Manche Leute schreiben gerne morgens, um ihren Tag mit ein paar schönen Worten und Gedanken zu beginnen und sich eine Intention für den Tag zu schaffen. Manche schreiben lieber abends, um über den Tag zu reflektieren. Probiere am Besten beides aus und finde heraus, was dir am besten gefällt. Egal für welchen Zeitpunkt du dich entscheiden, das Wichtigste ist, sich regelmäßig dafür Zeit zu nehmen.
  3. Die erste Seite: Hm… wie fange ich an? Das kann man manchmal etwas schwierig sein, wenn man vor einem leeren Blatt Papier sitzt. Wie wäre es, wenn du deine erste Seite mit 5-10 Affirmationen füllst, die du dir jeden Tag durchliest, um dich selbst zu motivieren? Schreibe Dinge auf, die deine Werte wiederspiegeln und dich als Person so beschreiben, wie du gern sein möchtest. Zum Beispiel: Ich bin einzigartig in jeder Hinsicht. Oder: Nur ich bin für mein Glück verantwortlich.
  4. Wie oben bereits erwähnt, halte ich immer „Fragen an mich selbst“ bereit, für Tage, an denen ich nicht richtig weiss, worüber ich schreiben soll. Die Fragen helfen mir, mich selbst zu reflektieren und über gewisse Dinge intensiv nachzudenken. Ich schreibe mir also immer 20-30 Fragen auf, die ich der Reihe nach beantworte. Um euch eine Idee davon zu geben, habe ich unten 30 Fragen zusammengefasst, die euch dabei helfen können, eure Tagebuchroutine zu beginnen. Pinterest ist auch eine großartige Quelle, um Journal-Fragen zu finden. Durch die Beantwortung bestimmter Fragen wird man zum Nachdenken über Themen angeregt, über die man  möglicherweise nicht selbst nachdenkt. Auf diese Weise könnt ihr eure Gedanken an positive Orte bringen und euch selbst besser kennen lernen.

30 Journal Fragen

Einführung zum Thema Journaling/Tagebuch schreiben und Ideen für einen einfachen Start

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